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Ein stilles Theater entfaltet sich – nicht in der Form, sondern im Licht.
Das Bird Theatre spielt mit Wiedererkennung. Eine Struktur scheint sich zu formen – ein Käfig, eine Bühne, eine flüchtige Szene –, löst sich aber im selben Moment auf, in dem man versucht, sie zu fassen. Was bleibt, ist kein Bild, sondern die Erfahrung des Sehens.
Eine subtile Spannung liegt zwischen Unschuld und Verzerrung in der Luft. Andeutungen von kleinen Gestalten,… von Bewegung, von Erzählung – doch nichts findet seinen endgültigen Ausdruck. Es verweilt in jenem fragilen Raum, wo die Fantasie die Oberhand gewinnt.
Das Werk lädt zu einem langsameren Blick ein und offenbart sich im Laufe der Zeit auf unterschiedliche Weise.
Gedruckt auf hochwertigem Radierpapier, wirkt die Oberfläche des Bildes eher wie Pigment als wie ein Druck – weich, haptisch und leuchtend. Licht dringt in die Fasern ein und verleiht dem Werk einen sanften Glanz, der sich je nach Entfernung und Betrachtungswinkel verändert.
Eric Rugers (Melbourne, 1970) ist ein hybrider abstrakter Künstler, der zwischen Malerei und Fotografie arbeitet. Seine Bilder entstehen aus geschichteten Farboberflächen, die in extremer Nahaufnahme fotografiert und in haptische Giclée-Drucke umgesetzt werden, in denen Farbe, Licht und Form greifbar werden.
Mit über dreißig Jahren Erfahrung in Illustration und Design zeichnet sich Rugers durch ein ausgeprägtes Gespür für Komposition, Rhythmus und Farbbalance aus. 2024 und 2025 wurden seine Werke in die Sammlung des MA-g Museums aufgenommen. Kuratorin Andréa Da Palma (Galerie Perrotin) hob seine „beeindruckende Beherrschung von Farbsättigung und leuchtenden Tonwertverschiebungen“ hervor.
Im Rahmen des Perzeptualismus schafft er Bilder, die sich einer Narration entziehen und zum längeren Betrachten einladen.
Beeinflusst von Turner, Rothko und Richter sowie der japanischen Ästhetik von Yūgen und Ma, belohnt sein Werk langsames Hinsehen, offenbart mit der Zeit neue Nuancen und fesselt die Aufmerksamkeit über den ersten Blick hinaus.
Jenseits des Sichtbaren – hin zu dem, was man wirklich fühlt.