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Zeichnung mit Acryl und Tusche auf Papier (29,7 x 42 cm) mit Passepartout gerahmt (40 x 50 cm)
"Es verdient unsere Beachtung, daß auch Erscheinungen, die sich zufällig in den Naturerzeugnissen vorfinden, etwas Reizendes und Anziehendes besitzen. So hat z.B. manchmal das gebackene Brot Risse und Spalten, die zwar der Absicht des Bäckers nicht entspringen, aber doch eine gewisse Annehmlichkeit erregen. So brechen auch die Feigen, wenn sie überreif… sind, auf; und den überzeitigen Oliven verleiht gerade die Annäherung der Fäulnis der Frucht etwas besonders Liebliches. Die niederhängenden Ähren, die faltige Stirnhaut des Löwen, der aus des Ebers Rachen triefende Schaum und vieles andere derart ist, an und für sich betrachtet, fern von aller Wohlgestalt, und doch trägt es, weil es zur Natur eines Dinges gehört, mit zu seinem Schmuck bei und macht uns Vergnügen.
Marc Aurel "Selbstbetrachtungen“", Drittes Buch
« Das Zulassen neuer visueller und emotionaler Reize in die künstlerische Arbeit eröffnet mir sicherlich neue "Horizonte". »
Du kennst das Gefühl, allein unterwegs zu sein, in Gedanken versunken. Plötzlich scheinen dir seltsame Kreaturen zu folgen, Fabelwesen dich zu beobachten. Doch beim Umdrehen sind es nur welke Blätter an knorrigen Ästen. Regen legt im Laub die zarten Glieder einer Hand frei; ineinander verschlungene Körper scheinen im Gras zu liegen, Arme und Beine verknotet.
Regentropfen füllen ein rostiges Gefäß. Ein Vogel trinkt daraus, ein Käfer sonnt sich in einer umgestürzten Kaffeemaschine. Ein verlassener Schuppen knarrt im Wind, ein Tier blickt aus einer Baumgabel. Dann erscheinen zwei weibliche Körper im Licht, glänzend vom Regen. Ein Lachen hallt durch die Wipfel, Pflanzen breiten sich aus – alles ist in Bewegung.
Hier beginnt meine Arbeit: Wahrnehmungen verdichten sich zu einer Formensprache zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Formen tauchen auf und lösen sich wieder, Vertrautes wird fremd. Damit verbinde ich die Hoffnung, den Blick für das unmittelbar Vorhandene zu schärfen.