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2015, als ich die Rue de l'Oise im 19. Arrondissement von Paris entlangspazierte, fiel mein Blick auf ein Plakat: eine Frau aus Gaza, gehüllt in einen schwarzen Superheldinnen-Umhang, die Faust erhoben, lächelnd der Welt entgegen. Es war für die Ausstellung „Wonder Women“ des Fotografen Ovidiu Tataru, die Frauen aus den palästinensischen Gebieten im freudigen Widerstand zeigte. Mir schien, ich müsse diese Vision verbreiten – nicht durch Aneignung,… sondern durch Verstärkung. Ich dekonstruierte das Plakat und verschmolz es mit einer Reihe anderer Pariser Plakate aus derselben Zeit auf einem mit Gesso grundierten Stoffrest. So entstand ein urbanes Palimpsest, in dem drohende Tragödie und unbeugsame Hoffnung nebeneinander existieren. Der Werbeslogan #KISS FOREVER weicht hier SAVAGE, KEEP OUT, Stacheldraht – aber auch dem Lächeln, der Faust, dem #envoeuxtu. LARTBATARD enthüllt, was die Übersättigung des öffentlichen Raums auslöscht: die Würde der Körper im Widerstand.
Ich habe LARTBATARD ins Leben gerufen, eine Form des Artcyclings, die aus der urbanen Collage entstanden ist, um zeitgenössischen Kunstliebhabern Bilder zu bieten, die sich dem einfachen „Scrollen“ widersetzen und sie dazu einladen, anders hinzusehen. Unter Verwendung zerrissener Plakate, Druckfarben und gestischer Malerei entwickle ich sechs Familien von MadeReady (PhotosReadyMade, MadeReady_Paper, MadeReady_#Paper, MadeReady_Ink#artRevues, MadeReady_PaperInk und MadeReady_DrawInk), die die Zeichen unserer Zeit wiedergeben und ihre Spannungen offenbaren. Meine Serie hinterfragt Identität, den Körper, Migration und die Erinnerung an Kämpfe in einer Welt, die von Bildern durchdrungen ist, in der jedes Gesicht austauschbar zu sein scheint. Meine Werke wurden in Galerien, Künstlerresidenzen und online gezeigt, in Frankreich und international; jedes einzelne Stück fungiert für mich als Archäologie der Gegenwart, als ein Fragment der Menschheit, das es zu sammeln gilt, bevor es verschwindet.