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„Am Mäusebunker“ ist ein Porträt im Zwischenzustand. Der brutalistische Körper steht wie ein Tier aus Beton – verwundet, doch beharrlich. Patina, Risse, dunkle Bahnen: das Gebäude trägt seine Jahre offen. Die runde Leuchte im Vordergrund, halb zerbrochen, wird zur Figur für das Dazwischen: nicht mehr ganz intakt, noch nicht ersetzt. Mich interessiert hier, wie Verfall eine neue Ikonografie erzeugt: Aus Gebrauch wird Legende, aus Abrisskandidat ein… Erinnerungsort. Ich halte die Formenstrenge nicht gegen, sondern mit einem milden Blick – Treppen, Kanten, Schrägen werden zu Sätzen. Das Bild erzählt von Rettung auf Zeit, von Fürsprache und Pause; es zeigt, wie ein Haus Atem holt, bevor entschieden wird. Architekturporträt heißt für mich: einer Hülle zuhören, bis sie zu sprechen beginnt – und im Splittern einer Moonlight-Kugel den Moment erkennen, in dem Zukunft und Vergangenheit sich berühren.
Marcel van Beek arbeitet mit Fotografie, Malerei und Grafik und bringt einen künstlerischen Hintergrund aus seinem Studium an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft mit. Seine Technik vereint piktorialistische Einflüsse und romantisch-symbolistische Bildsprache. Seine Fotografien verkörpern zeitgenössische Fine Art Photography und Konzeptfotografie mit häufig monochrom-rekolorierten Werken in Tertiärfarben.
Er erschafft eine poetische, an Formen und Strukturen interessierte Bildsprache und verbindet dies mit einem modernen, konzeptuellen Ansatz, der gesellschaftliche Relevanz beansprucht. In seinen Arbeiten spürt er inneren und äußeren Landschaften nach und vermittelt Gefühle von Sehnsucht und Bedrohung sowie eine Faszination für das Verborgene. Er hat verschiedene Kunst-Publikationen vorgelegt (zuletzt "World of Water", 2025), die international in Akademie- und Museumsbiblioteheken vertreten sind (u. a. Wien, Basel, Düsseldorf und Berlin).
Mehr: www.marcelvanbeek.de