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In „Festung II“ richte ich den Blick nachts auf ein massives Mauerwerk, das von unten her ins Bild drängt. Die Bögen und Pfeiler sind hart angestrahlt, jede Fuge tritt hervor, während die Fensteröffnungen nur noch schwarze Löcher sind. Die Nacht verschluckt jeden Hintergrund; aus der Festung wird ein schwerer Körper vor einem pechschwarzen Himmel, in dem ein paar Sterne flimmern wie zufällige Pixel der Gegenwart. Im Kontext der Serie „Nocturnes“… interessiert mich das Dunkel als eigener Bildraum: Es nimmt dem Bau seine historische Erzählung und reduziert ihn auf Form, Schwere und Abwehr. So kippt die Idee von Schutz ins Bedrückende. Die Festung erscheint weniger als Bollwerk denn als verletzliche Hülle, deren Leere hinter den Fenstern sich mit unseren eigenen Ängsten und Erinnerungen füllt.
Marcel van Beek arbeitet mit Fotografie, Malerei und Grafik und bringt einen künstlerischen Hintergrund aus seinem Studium an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft mit. Seine Technik vereint piktorialistische Einflüsse und romantisch-symbolistische Bildsprache. Seine Fotografien verkörpern zeitgenössische Fine Art Photography und Konzeptfotografie mit häufig monochrom-rekolorierten Werken in Tertiärfarben.
Er erschafft eine poetische, an Formen und Strukturen interessierte Bildsprache und verbindet dies mit einem modernen, konzeptuellen Ansatz, der gesellschaftliche Relevanz beansprucht. In seinen Arbeiten spürt er inneren und äußeren Landschaften nach und vermittelt Gefühle von Sehnsucht und Bedrohung sowie eine Faszination für das Verborgene. Er hat verschiedene Kunst-Publikationen vorgelegt (zuletzt "World of Water", 2025), die international in Akademie- und Museumsbiblioteheken vertreten sind (u. a. Wien, Basel, Düsseldorf und Berlin).
Mehr: www.marcelvanbeek.de