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Ich arbeite mit Holz, weil es ein lebendiges Material ist, das von Entwurzelung sprechen kann. Diese skulpturale Installation entstand aus dem Bedürfnis, die Erfahrung von Migranten zu materialisieren, nicht durch Karten oder Statistiken, sondern durch den Körper, die Erinnerung und Fragmente.
Jeder Pfahl ist ein Zeuge. Ich habe sie wegen ihrer Rauheit ausgewählt, wegen der Spuren, die die Zeit auf ihnen hinterlassen hat. Auf ihrer Oberfläche lässt… die fotografische Emulsion die Bilder – verschwommen, erodiert – wie Erinnerungen auf der Haut haften. Ich suche nicht nach Klarheit, sondern nach der Zerbrechlichkeit der Erinnerung: nach jenen Bildern, die sich wie die Wurzeln derer, die wandern, abnutzen, vermischen und verwandeln.
Die Fotografien erinnern an Wege, Karten, Schatten und Fragmente von Geschichten, die die Identität der Menschen auf der Flucht prägen. Die hohen Pfähle markieren keine Grenzen, die trennen sollen, sondern einen Blick erregen. Sie erinnern uns daran, dass jede Gesellschaft ein Körper in Bewegung ist und dass Heimat nicht immer eine feste Geographie hat. Hier gibt es keine Antworten, nur lebendige Erinnerungen.
Salva Nebot (Spanien) ist ein multidisziplinärer Künstler, dessen Werke in internationalen Institutionen, Galerien und auf Kunstmessen ausgestellt wurden. Sein Schaffen umfasst Fotografie, Malerei, Skulptur und digitale Kunst. Er entwickelt eine Bildsprache, die sich von der wörtlichen Darstellung abwendet und subjektive Interpretation sowie die konzeptuelle Dimension erforscht. Beeinflusst von der Sensibilität des deutschen Expressionismus, reflektiert er kritisch über Wahrnehmung, Erinnerung und menschliche Erfahrung. Sein Werk zeichnet sich durch formale Strenge, den intensiven Einsatz von Hell-Dunkel-Kontrasten, chromatische Askese und narrative Fragmentierung aus. Durch Licht, Schatten und die Überlagerung von Ebenen erzeugt er Räume der Ambivalenz und poetischen Dichte. Seine Forschung thematisiert Erinnerung, Abwesenheit und Vergessen und lädt den Betrachter zu einer interpretativen Schwelle ein, an der das Sichtbare mit dem Latenten koexistiert.