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Diese dramatische Perspektive nach oben verwandelt Auguste Perrets Église Saint-Joseph in eine moderne Lichtkathedrale, in der 12.768 Buntglasstücke ein kaleidoskopisches Leuchtfeuer bilden, das sich 107 Meter über Le Havre erhebt. Die Kirche, erbaut von 1951 bis 1958 im Rahmen von Perrets revolutionärem Wiederaufbau nach dem Krieg, ersetzte eine mittelalterliche Pfarrkirche, die 1944 durch alliierte Bombenangriffe zerstört worden war. Die Vision… des Architekten verband brutalistischen Beton mit transzendenter Spiritualität und bewies, dass Stahlbeton die sakrale Höhe erreichen konnte, die einst gotischem Stein vorbehalten war. Der achteckige Turm dient sowohl als architektonisches Wahrzeichen als auch als städtebauliches Leuchtfeuer, sichtbar für Schiffe, die sich von England nähern, während das Innere zu einer vertikalen Reise zum göttlichen Licht wird. Dieses Foto fängt Perrets Genie ein – die Verwandlung von rohem Beton in Poesie, die Schaffung eines von ihm als „edles“ Material bezeichneten Werkes durch innovative Techniken. Die Kirche ist ein Zeugnis für Le Havres bemerkenswerte Wiederauferstehung und gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Yann Gourvennec ist ein in Paris lebender Fotograf und Aquarellist, dessen keltische Wurzeln seine scharfsinnigen Beobachtungen des urbanen Lebens und der Landschaft prägen. Er behandelt seine Kamera wie einen Pinsel und komponiert Bilder mit der Sensibilität eines Malers. Dabei bevorzugt er natürliches Licht, Makrodetails und ungestellte Momente in der Straßen- und Architekturfotografie. Sein Stil ist dokumentarisch und zugleich poetisch, geprägt von subtilen Experimenten mit Perspektive und Komposition. Seine Werke rufen eine stille Dringlichkeit hervor – sie laden den Betrachter ein, innezuhalten, über übersehene Schönheit nachzudenken und über Erinnerung, Identität und das, was wir im Wandel unserer Welt zu verlieren drohen, zu reflektieren.