Eine Kuration von Marcos Felinto, founder and curator bei 3.gallery – Es gibt Körper, die scheinbar keine Identität besitzen: Wir sehen das Gesicht nicht, erkennen das Individuum nicht; manchmal löst sich die Form auf, zerfällt, wird beinahe abstrakt. Und doch bleibt etwas ganz. Denn hinter jeder Auslöschung persönlicher Merkmale verbirgt sich eine Identität, die sich nicht auslöschen lässt: die menschliche.
Wenn der Körper aufhört, „jemand“ zu sein und zu „irgendjemand“ wird, wird er nicht leer, sondern zum Spiegel. Wir alle können uns darin wiedererkennen, nicht durch äußerliche Ähnlichkeit, sondern durch Zugehörigkeit (selbst wenn wir dem Gesehenen bis zu einem gewissen Grad ablehnend gegenüberstehen). Einen Körper zu haben, ihn zu verstehen, ihn zu fühlen, ist eine universelle Erfahrung; und wenn wir diese Erfahrung von außen betrachten, verdrängt oder durch das Bild neu interpretiert, entsteht unsere Beziehung zum Körper in einem anderen Raum: dem der Vorstellungskraft, der Projektion, der Erinnerung und des Begehrens.
Was projizieren wir auf ein Bild, das unsere Identität trägt (oder ablehnt)? Welche Ängste, Sehnsüchte, Zuneigungen, Vorlieben und Abneigungen treten zutage, wenn der Körper zur symbolischen Fläche wird? In dieser kuratorischen Auswahl legt jedes Werk nahe, dass die Abwesenheit von Identität nicht die Abwesenheit von Bedeutung bedeutet. Es ist eine Einladung an den Betrachter, die Figur mit dem zu vervollständigen, was er bereits in sich trägt.
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