Eine Kuration von Flavio Scaloni, Gallery Manager bei Galerie Lo Scalo – Textur ist ein grundlegendes Element der Kunst und verwandelt eine zweidimensionale Oberfläche in ein taktiles Erlebnis. Sie kann eine Quelle tiefer Inspiration sein und Materialität, Geschichte und die unmittelbare Präsenz des Kunstwerks symbolisieren. Die psychologische Konnotation von Textur ist oft mit dem menschlichen Urbedürfnis verbunden, die reale Welt zu berühren und sich mit ihr zu verbinden, was ein Gefühl von Authentizität und Erdung vermittelt.
Ab 1950 rückten Künstler die Textur in den Vordergrund. Jean Dubuffets Matières-Gemälde (Materie) und seine Art Brut erkundeten raue, erdige, pastose Oberflächen und zelebrierten die rohe, ungeschulte Ausdruckskraft des Materials. Alberto Burris Sacchi-Serie (Säcke) (1950er Jahre) verwendete Leinensäcke, Nähte und versengte Stoffe und verwandelte so auf ähnliche Weise Grundmaterialien in kraftvolle, strukturierte Kompositionen.
Ein weltberühmter Künstler in der Fotografie, Aaron Siskind, beschäftigt sich in seinen Werken intensiv mit Texturen. Seine abstrakten Fotografien, wie beispielsweise Tear Sheet 14 (1958), verwandeln abblätternde Farbe, verwitterte Wände und urbanen Schutt in kraftvolle, flächige Kompositionen, in denen die Textur selbst zum Motiv wird und die Oberflächeneigenschaften von Zeit und Verfall betont werden. Textur geht somit über bloße Technik hinaus und wird zu einem entscheidenden Bedeutungselement, das den Betrachter dazu anregt, Kunst nicht nur visuell, sondern auch physisch zu erleben.
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