Eine Kuration von Natalie Slater, Curator bei Singulart – In „Vision Defect“ betrachtet Dorota Kwiatkowska die Porträtmalerei als ein Problem der Wahrnehmung und nicht der Ähnlichkeit.
Gesichter sind gespalten, verschoben und aus verschiedenen Blickwinkeln übereinandergelegt. Gesichtszüge überlappen sich. Augen wirken doppelt. Profile unterbrechen den frontalen Blick. Was dabei entsteht, ist keine Verzerrung zur Effekthascherei, sondern der Versuch, ein instabiles Sehvermögen nachzuahmen – die Art und Weise, wie ein Bild verweilt, sich verschiebt oder zerbricht, bevor es sich stabilisiert.
Trotz der Fragmentierung bleiben die Figuren erkennbar. Kräftige Konturlinien verankern die Kompositionen und verhindern ein Zusammenfallen. Die Spannung zwischen Auflösung und Struktur ist zentral: Die Porträts halten zusammen, obwohl sie sich einer einheitlichen Perspektive entziehen.
Kwiatkowska orientiert sich lose an kubistischen Strategien, bleibt dabei aber dezidiert persönlich. Sie betrachtet Sehbehinderung nicht als Abwesenheit, sondern als alternative Klarheit. Der „Defekt“ wird zur Methode. Das Bild spiegelt nicht wider, wie ein Gesicht aussehen sollte, sondern wie es tatsächlich gesehen wird.
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