Gegen die Wand – kuratiert von Flavio Scaloni

Eine Kuration von Flavio Scaloni, Gallery Manager bei Galerie Lo Scalo – Das Thema der Mauer ist ein grundlegendes architektonisches und psychologisches Motiv und symbolisiert Trennung, Schutz, Beschränkung, Grenze und Erinnerung. Sie stellt den Treffpunkt zwischen öffentlichem und privatem Raum dar und trägt oft die psychologische Last emotionaler Barrieren oder gesellschaftlicher Trennung. In der Kunstgeschichte war die Mauer seit der Antike eine vielbeachtete Leinwand, doch nach 1950 wurde sie zu einem zentralen Thema und einer zentralen Form. Insbesondere die Berliner Mauer inspirierte Werke, die politische Spaltung widerspiegelten. Konzept- und Minimalismuskünstler nutzten Struktur und Oberfläche der Mauer direkt; Sol LeWitts „Wall Drawings“ beispielsweise sind temporäre Wandgemälde, die direkt auf die Architektur aufgebracht wurden. Das Pink-Floyd-Album „The Wall“ (1979) festigte die kulturelle Symbolik emotionaler Isolation dieses Motivs. Der weltberühmte Fotograf Henri Cartier-Bresson hielt zahllose menschliche Dramen fest, die sich vor Wänden abspielten, und nutzte deren strenge Geometrie als Bühne für seine entscheidenden Momente. Obwohl seine Arbeiten nicht streng nach 1950 entstanden, ist sein Einfluss nach wie vor spürbar. Später erkundeten zeitgenössische Künstler wie Doris Salcedo die Mauer als Ort kollektiven Traumas und Schweigens, insbesondere in ihrer Installation „Shibboleth“ (2007) in der Tate Modern, die aus einem riesigen Riss im Boden der Galerie bestand.

18 Kunstwerke

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