Geometrischer Rhythmus und Farbe – kuratiert von Flavio Scaloni

Eine Kuration von Flavio Scaloni, Gallery Manager bei Galerie Lo Scalo – Das Thema Geometrie – durch Formen, Kompositionen und Linien – ist ein grundlegendes künstlerisches Anliegen und symbolisiert Ordnung, Intellekt, universelle Harmonie und rationale Struktur. Psychologisch gesehen vermitteln geometrische Formen ein Gefühl von Stabilität und sprechen oft den menschlichen Wunsch nach Vereinfachung und Verständnis komplexer Zusammenhänge an. In der Kunstgeschichte war die Geometrie von zentraler Bedeutung für die Perspektive der Renaissance und die gotische Architektur, doch im 20. Jahrhundert wurde sie selbst zum Thema. Pioniere wie Robert Delaunay und Sonia Delaunay verwendeten reine Farben und geometrische Formen (Simultanfenster, 1912), um rhythmische, gegenstandslose Kunst zu schaffen, gefolgt von Piet Mondrians Reduzierung der Malerei auf Raster aus Primärfarben (Komposition mit Rot, Blau und Gelb, 1930). Nach 1950 widmeten sich Minimalisten der reinen Form: Der Künstler Donald Judd verwendete elementare geometrische Volumen in seinen „Spezifischen Objekten“. Der französische Konzeptkünstler Daniel Buren (geb. 1938) baute seine Karriere um ein einziges, streng geometrisches Motiv auf: die abwechselnd vertikalen weißen und farbigen Streifen von 8,7 cm Breite, die auf verschiedene Flächen und Träger aufgebracht sind, wie in seiner ortsspezifischen Installation Les Deux Plateaux (1985–1986) zu sehen ist. Die geometrische Abstraktion blühte auch in der Op-Art auf, beispielhaft dargestellt durch Bridget Rileys schwindelerregende optische Raster. Diese Sammlung feiert die Geometrie als Sprache.

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