Eine Kuration von Raffaella Nobili, Owner and curator bei Paraventi Giapponesi – Das kosmische Ei ist eines der ältesten und beständigsten Bilder der Menschheit: ein Archetyp des Ursprungs und der Wiedergeburt, eine Grenze zwischen der Einheit und der Vielfalt der Welt. In ihm koexistieren Prinzip und Transformation, das Nichtsein öffnet sich dem Sein. Auf dem Brera-Altarbild hängt Piero della Francesca das Ei in die Mitte der Schale als Sinnbild kosmischer Harmonie und spiritueller Fruchtbarkeit. In „Die Metamorphose des Narziss“ und „Geopoliticus: Kind beobachtet die Geburt des neuen Menschen“ verwandelte Salvador Dalí es in ein alchemistisches Symbol der Geburt, des Zerfalls und der Wiedergeburt der Welt. In Leonora Carringtons „Die Riesin“ (La Dame Ovale) wird das Ei zu einer visionären Gebärmutter, einem Labor, in dem Traum und Mythos verschmelzen, einem uterinen Raum, in dem der Kosmos Gestalt annimmt. Im 12. Jahrhundert beschrieb Hildegard von Bingen den Kosmos als ein leuchtendes Ei, das vom göttlichen Atem durchströmt wird, ein lebendiges Universum, in dem Materie und Geist im Einklang atmen. Jahrhunderte später erkannte Jung im selben Symbol den Ort, an dem sich Gegensätze wiedervereinigen und der Mensch regeneriert wird.
Für diese Kuratierung habe ich Werke von Künstlern ausgewählt, die die Vitalität dieses Archetyps erneuern, seine generative Kraft und die unaufhörliche Spannung zwischen dem Ganzen und dem Einen, zwischen dem, was stagniert, und dem, was sich wandelt, wiederherstellen.
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