Eine Kuration von Raffaella Nobili, Owner and curator bei Paraventi Giapponesi – Die Wahrnehmung von Schatten variiert je nach Blick. Im Westen dominiert die Ästhetik des Lichts: das Klare, Definierte und Greifbare. In Japan hingegen wird Schatten zu einem ästhetischen und poetischen Prinzip, wie Tanizaki in „Das Buch der Schatten“ in Erinnerung ruft: nicht die Abwesenheit von Licht, sondern ein Raum, in dem der Blick langsamer wird und sich der Interpretation öffnet. Nebel und Finsternis verwischen die Konturen und zwingen den Blick zu einer anderen, intuitiveren Sicht. Hier verstärkt sich die Wahrnehmung, da die Dominanz des Sehens dem Hören und Tasten weicht.
Der Schatten hat uns schon immer fasziniert, weil er ein Doppel und eine Andersartigkeit darstellt: eine Projektion dessen, was ihn erzeugt, aber auch eine autonome Präsenz, die sich verformt und zurückzieht, als hätte sie ein Eigenleben. Jung interpretiert ihn als einen Teil des Selbst, den wir verbergen und der uns dennoch definiert; die Kunst feiert ihn als eine Substanz, die die Grenze zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem neu definiert.
Die ausgewählten Werke reflektieren den Schatten als Wahrnehmungs- und psychologischen Raum, als Ort des Übergangs zwischen Licht und Stille, zwischen dem, was erscheint und dem, was verborgen bleibt.
12 Kunstwerke
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