Wunderkammer – kuratiert von Flavio Scaloni

Eine Kuration von Flavio Scaloni, Gallery Manager bei Galerie Lo Scalo – Das Thema der Wunderkammer ist eine reiche Inspirationsquelle, denn es repräsentiert den grundlegenden menschlichen Wunsch, den Kosmos zu sammeln, zu kategorisieren und in einem privaten Raum zu verdichten. Es ist ein starkes Symbol für Mikrokosmos, Erinnerung, enzyklopädisches Wissen und das Wunderbare. Psychologisch gesehen spiegelt es den Impuls wider, das Chaos der Welt durch obsessives Anhäufen zu kontrollieren und zu ordnen. Dieses Erbe hat die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts nachhaltig beeinflusst und einen Rahmen für Assemblagen geschaffen. Eine Schlüsselfigur dieser Tradition ist Joseph Cornell (1903–1972), dessen intime Kistenkonstruktionen wie Untitled (Medici Princess) (ca. 1945) wie kleine, persönliche Kabinette funktionieren, die mit Fundstücken und Ephemera gefüllt sind. Nach 1950 wird das Thema von Künstlern neu interpretiert, die sich mit der akribischen Präsentation organischer Materialien auseinandersetzen. Die zeitgenössische Künstlerin Claire Morgan (geb. 1980) schafft wunderschöne, beunruhigende Skulpturen aus ausgestopften Tieren und Objekten, die als flüchtige, oft morbide, moderne Wunderkammer-Ausstellungen dienen. Der weltberühmte Fotograf Hiroshi Sugimoto beschäftigt sich in seiner Diorama-Serie (1976–heute) mit diesem Konzept. Er fotografiert Museumsstücke, um die Wahrnehmung der gesammelten Realität durch den Betrachter herauszufordern.

17 Kunstwerke

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