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„Terra Incognita“ ist meine erste Skulptur, die „nur“ halb Tier ist. Sie ist nicht einfach ein Hybridwesen. Sie ist keine Mischung aus Pferd und Mensch, sondern vielmehr der fließende Übergang zwischen den beiden. Aus dem pferdeähnlichen Unterkörper wölbt sich die Brust eines Mannes, doch der Kopf des Mannes ist wiederum der eines Pferdes. „Unbekanntes Land“ – wie die Unergründlichkeit, die uns Menschen mit den Tieren verbindet. Als wären sie wir,… und als verstünden wir sie manchmal besser als uns selbst oder unsere Mitmenschen. Eine komplexe, formbare Gestalt, eine Mischung aus menschlicher Vernunft und tierischen Instinkten, die auf die Dualität des Menschen verweist. Es sind instinktive, unbewusste Reaktionen, die – wie die mythologische Figur des Chiron – auch Weisheit verkörpern. Die Pferdemaske verweist zudem auf das Jahr der COVID-2000-Pandemie (in dem die Skulptur entstand), eine Zeit, die von Isolation, Spaltung und Chaos geprägt war.
Ágnes Nagy ist eine Bildhauerin mit keramischer Ausbildung, die leidenschaftlich mit Keramik experimentiert und Materialien wie Bronze, Stahl und Marmor integriert. In meisterhafter Handarbeit und Schicht-für-Schicht-Technik mit Schamotteton schafft sie einzigartige, lebensgroße Skulpturen, die bestechende Schlichtheit mit filigranen Details und Texturen verbinden. Ihre Werke abstrahieren den Tierkörper zu monumentalen Formen, die Bewegung und Masse gleichermaßen zum Ausdruck bringen und Zerbrechlichkeit und Würde evozieren. Durch ihre Skulpturen vermittelt sie ein tiefes Gefühl der Ehrfurcht und spirituellen Verbundenheit und lädt die Betrachter zur Meditation über Schöpfung, Erinnerung und das gemeinsame Wesen aller Lebewesen ein.