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Bis vor Kurzem wurde jegliche schwule Kulturproduktion als Produkt pornografischer Fantasien abgetan. Zu meinen Lebzeiten wurde der Wert ernsthafter literarischer oder bildender Kunstwerke durch den verabscheuungswürdigen Ruf ihrer kriminalisierten Autoren befleckt. Man muss nicht weit in die Vergangenheit zurückblicken, um bildende Künstler zu finden, die aus Angst vor öffentlicher Zensur (oder Schlimmerem) gezwungen waren, zwei Portfolios zu führen… – eines für die Öffentlichkeit und eines für den diskreten privaten Gebrauch. Dass diese alten Samisdat (in welchem Medium auch immer) heute oft als Klassiker ihrer Form gelten, ist ironisch, wenn man bedenkt, dass viele Künstler weiterhin genauso schizophren arbeiten. Ich habe wirklich keine Ahnung, was mir durch den Kopf ging, als ich „Cuts of Meat“ schuf. Ich bin weder Veganer noch Kannibale – außer, dass es eine Reaktion auf die AIDS-Pandemie war. Ist es da verwunderlich, dass Bret Easton Ellis’ „American Psycho“ die 1980er-Jahre perfekt einfing?
Bruce Eves wurde 2018 mit dem Governor General’s Award für herausragende Leistungen in den visuellen und Medienkünsten ausgezeichnet und war Gegenstand von Peter Dudars Dokumentarfilm „Bruce Eves in Polari“, der im The Power Plant Premiere feierte. Eves belegte Platz 26 auf der Alt-Power100-Liste von ArtLyst (UK). In den späten 1970er-Jahren war er stellvertretender Programmdirektor am Centre for Experimental Art and Communication (CEAC) und in den 1980er-Jahren Mitbegründer und Chefarchivar des International Gay History Archive (heute in der Abteilung für seltene Bücher und Manuskripte der New York Public Library). Eves ist weiterhin als Ausstellungs- und Kurator aktiv und hat in den letzten Jahren sein Schaffen um Spoken-Word-Projekte erweitert, die er monatlich im Rahmen der „Dirty Queer Poetry Nights“ in der Black Eagle Bar präsentiert. Eves lebt und arbeitet in Toronto und sucht eine Agentur. Sein Lebenslauf kann unter www.bruceeves.net eingesehen werden.