Der Titel Andersbald spielt mit der Idee einer nahen, spürbaren Zukunft im Übergang – einem Zustand zwischen Veränderung und Gestaltung. Inspiriert vom Potenzial des Papiers als Symbol für Wandel, thematisiert die Skulptur die Spannung zwischen aktivem Eingreifen und natürlicher Transformation. Das Material verändert sich sichtbar mit der Zeit: Es vergilbt, reißt, reagiert – und wird so Teil der Welt, nicht nur ihrer Beschreibung.
Jan-Micha Gamer arbeitet mit Skulpturen, Installationen, funktionalen Objekten und partizipativen Formaten und verbindet einen Hintergrund in Produktgestaltung und Social Design. In seinem experimentellen, prozesshaften und materialbasierten Stil nutzt er Upcycling, Assemblage und Materialforschung – meist mit Fundstücken wie Elektroschrott oder Textilien, die er transformiert und neu kontextualisiert. Seine Werke erforschen Vergänglichkeit, Transformation und Zirkularität, erschaffen eine Poesie des Gebrauchten und laden dazu ein, das Potenzial des Unvollkommenen und die Würde des Materials emotional zu erfahren.