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[Materialien]
Antike Seide, Silberblatt auf Paulownienholz
[Die Geschichte hinter dem Werk]
Dieses Kunstwerk verwendet einen über 100 Jahre alten Obi-Stoff (Kimonogürtel) aus der Meiji-Zeit, um Gras am Flussufer darzustellen.
Die Künstlerin fügte mit Silberblatt verzierte Glühwürmchen hinzu, um Bewegung, Glanzakzente und ein sommerliches Flair zu erzeugen.
Das Stück greift auf das traditionelle japanische Konzept des „Kintsugi“ zurück – es… „vereint“ die Teile eines antiken Obi mit Silberblatt wieder zusammen, um ihm als Kunstwerk neues Leben einzuhauchen.
„Kintsugi“ ist ein Konzept des Wabi-Sabi, das Unvollkommenheit, Vergänglichkeit und die Schönheit des Alterns wertschätzt. Ähnlich wie beim Zusammenfügen zerbrochener Tassen in der Keramik, fügt die Kintsugi-Linie „zerbrochene“ Kimonos wieder zusammen und schenkt ihnen so ein zweites Leben.
Ein weiteres Kunstwerk aus demselben Obi erreichte das Finale des 5. Alljapanischen Kunstwettbewerbs.
[Zeitraum]
Das Kunstwerk verwendet Obi-Textilien aus der Taisho-Ära, etwa aus den 1910er- bis 1920er-Jahren.
Lena Okamoto ist eine in Tokio lebende Textilkünstlerin und Gründerin von ikasu, einem Kunstkollektiv, das antike Kimonos zu zeitgenössischen Textilkunstwerken umgestaltet. Mit einem Bachelor-Abschluss in Japanischer Kulturwissenschaft und einem Master-Abschluss der Universität Tokio verbinde ich in meinen Arbeiten traditionelle Handwerkskunst mit moderner Ästhetik und beschäftige mich mit Themen wie Erinnerung, Identität und Transformation.
Jedes Stück beginnt mit einem Kimono, der einmal getragen, geliebt und gealtert wurde. Verblasste Farben und Unvollkommenheiten werden als Spuren der Zeit gewürdigt. Das Upcycling eines Kimonos ist ein stiller Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Als zertifizierte Kimono-Meisterin und ehemalige Kreativdirektorin in der Werbung bringe ich Präzision und poetisches Feingefühl in meine Arbeit ein. Meine Arbeiten wurden international ausgestellt und laden die Betrachter durch vielschichtige Erzählungen aus Seide und Faden zu einem Raum der stillen Reflexion und emotionalen Verbundenheit ein.
Für mich sind Textilien sichtbar gemachte Erinnerungen – eine Möglichkeit, kulturelles Erbe zu bewahren, neu zu interpretieren und ihm neues Leben einzuhauchen.