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In „Marla“ tanzt eine Frau allein vor den Fenstern Barcelonas. Es gibt keine Bühne, kein Publikum. Nur Bewegung, Licht und den Augenblick, eingefangen in 13 Polaroid-Emulsionen, die manuell auf eine Leinwand mit rauen, lebendigen Rändern übertragen wurden – ohne Keilrahmen, ohne Rahmen.
Die ungerahmte Leinwand ist eine bewusste Entscheidung: Das Werk entzieht sich jeder Begrenzung. Seine ausgefransten Ränder atmen neben dem Bild und erinnern uns… daran, dass die ehrlichsten Werke stets unregelmäßige Ränder haben. Wie Marla existiert auch dieses Werk in jenem fragilen Raum zwischen Chaos und Ruhe, zwischen Zusammenbruch und der Gewissheit, dass irgendwie alles gut wird.
Ein einzigartiges Werk, Schicht für Schicht aufgebaut, in dem analoge Fotografie zur Haut, zur Bewegung, zum Flüstern wird.
Macarena Stipetic (Argentinien, lebt in Barcelona) erforscht in ihrem persönlichen Projekt Eterografía die Fragilität des Bildes als Spiegelbild menschlicher Emotionen. Der Name, entstanden aus der Verbindung des Ätherischen und des Grafischen, beschreibt ihre Suche nach einer visuellen Sprache, die das Unfassbare erfasst.
Mithilfe der raffinierten Technik des „Polaroid Emulsion Lift“ befreit Macarena analoge Fotografien von ihrem starren Träger und verleiht ihnen eine neue, organische und lebendige Existenz. In einem Akt manueller Alchemie löst sie die Emulsion – die eigentliche Haut des Bildes – ab und überträgt sie auf handgefertigte Baumwollleinwände. Das Bild faltet sich und erhält eine einzigartige Dreidimensionalität, wodurch es zu einem greifbaren Zeugnis der Erinnerung wird.
Ihre Werke sind Unikate, die die Schönheit des Vergänglichen feiern. Macarenas Kunst lädt uns ein, den poetischen Raum zwischen dem, was wir festhalten wollen, und dem, was verblasst, zu bewohnen; einen Zufluchtsort, wo das Bild zu reinem Gefühl wird.