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„Die verschlossene Tür“ ist ein stiller Schrei. Die Treppe führt hinab wie ein Gedanke, der nicht mehr zurück will, der Gang ist schmal, die Luft feucht, der Boden spricht in Flecken. Unten wartet nichts als ein Gitter und eine Tür, deren Spalt leuchtet und doch nicht einlässt. Ich suche hier nicht das Ziel, sondern den Moment davor – die Sekunde, in der die Hand am Geländer zögert. Wie in Kafkas „Vor dem Gesetz“ stehe ich vor einem Eingang, der… mir zugehört und mich dennoch fernhält: Die Schwelle ist offen genug, Hoffnung zu nähren, und geschlossen genug, sie zu prüfen. Das Labyrinthische liegt weniger in der Architektur denn im Kopf – im Kreisen der Fragen, ob ich eintreten darf, ob ich es will, ob ich den Kafka‘schen Türhüter nur in mir erdacht habe. Die Textur der Wände ist mein Protokoll des Wartens. Dieses Bild hält den Atem an, um zu hören, ob jenseits der Tür ein Ausgang oder doch nur die nächste Prüfung beginnt …
Marcel van Beek arbeitet mit Fotografie, Malerei und Grafik und bringt einen künstlerischen Hintergrund aus seinem Studium an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft mit. Seine Technik vereint piktorialistische Einflüsse und romantisch-symbolistische Bildsprache. Seine Fotografien verkörpern zeitgenössische Fine Art Photography und Konzeptfotografie mit häufig monochrom-rekolorierten Werken in Tertiärfarben.
Er erschafft eine poetische, an Formen und Strukturen interessierte Bildsprache und verbindet dies mit einem modernen, konzeptuellen Ansatz, der gesellschaftliche Relevanz beansprucht. In seinen Arbeiten spürt er inneren und äußeren Landschaften nach und vermittelt Gefühle von Sehnsucht und Bedrohung sowie eine Faszination für das Verborgene. Er hat verschiedene Kunst-Publikationen vorgelegt (zuletzt "World of Water", 2025), die international in Akademie- und Museumsbiblioteheken vertreten sind (u. a. Wien, Basel, Düsseldorf und Berlin).