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In „Platons Brückengleichnis“ übertrage ich das Höhlengleichnis in den Stadtraum: Unter einer Brücke zeigen nicht Dinge die Welt, sondern ihre Projektionen. Wind zerlegt das Wasser, und seine Spiegelungen schreiben eine bewegte Schrift aus Licht über den glatten Beton – glaubhafte Bilder, doch nur Licht zweiter Ordnung. Darunter das raue Steinrelief: schwer, körnig, tastbar. Zwischen den Zonen verläuft eine Fuge wie eine gedachte Grenze zwischen… Schein und Sein. Der Bogen der Brücke krümmt den Blick, macht aus dem Ort eine kleine Bühne des Denkens. Ich zeige nicht die Quelle, nur das Abbild; ich stelle mich in den Schattenraum und beobachte, wie Wahrnehmung Bedeutungen baut. So fragt die Fotografie, was mehr Wirklichkeit besitzt: der flüchtige Glanz auf der Wand – oder die rauhe Materie, die ihn trägt.
Marcel van Beek arbeitet mit Fotografie, Malerei und Grafik und bringt einen künstlerischen Hintergrund aus seinem Studium an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft mit. Seine Technik vereint piktorialistische Einflüsse und romantisch-symbolistische Bildsprache. Seine Fotografien verkörpern zeitgenössische Fine Art Photography und Konzeptfotografie mit häufig monochrom-rekolorierten Werken in Tertiärfarben.
Er erschafft eine poetische, an Formen und Strukturen interessierte Bildsprache und verbindet dies mit einem modernen, konzeptuellen Ansatz, der gesellschaftliche Relevanz beansprucht. In seinen Arbeiten spürt er inneren und äußeren Landschaften nach und vermittelt Gefühle von Sehnsucht und Bedrohung sowie eine Faszination für das Verborgene. Er hat verschiedene Kunst-Publikationen vorgelegt (zuletzt "World of Water", 2025), die international in Akademie- und Museumsbiblioteheken vertreten sind (u. a. Wien, Basel, Düsseldorf und Berlin).