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Diese „Archäologie der indischen Musik“ entstand als Skizzenübung ohne konkreten Plan. Ich ließ die Zeichnung einfach entstehen und mich leiten, sodass Erinnerungen, Eindrücke und die Emotionen von Konzerten frei wieder auftauchen konnten. Musiker, die ich bewundert habe – darunter Kishore Amonkar –, mischen sich hier mit Gestalten meiner Fantasie. Sie erscheinen neben Fragmenten von Orten, an denen die Musik noch immer mit sakraler Intensität widerhallt:… dem Roten Fort, dem India Gate.
Während ich arbeitete, überkam mich eine stille Melancholie. Die indische klassische Musik, eine anspruchsvolle und spirituelle Kunstform, die einst ein Leben voller Hingabe erforderte, scheint in einer von Schnelligkeit, Ehrgeiz und Materialismus getriebenen Gesellschaft immer mehr an den Rand zu drängen. Diese Zeichnung wurde zu meinem Weg, jener verschwindenden Welt zu gedenken.
Das Ergebnis ist keine wörtliche Szene, sondern eine innere Landschaft und eine Hommage.
Geboren in Tokio und aufgewachsen in Japan und Vietnam, lebte ich später in Afrika, Großbritannien und zwanzig Jahre lang in Indien. Diese Orte waren keine Zwischenstationen auf einer Reise, sondern vorübergehende Heimat, die mich jeweils mit ihren eigenen Farben und Rhythmen prägten. Ich male, was mich geformt hat: eine Schleife des Ganges im Morgengrauen, das mineralische Licht Ladakhs, die isländische Wildnis, die Dämmerung der Basare Rajasthans, die meditative Atmosphäre indischer klassischer Musik. Manchmal verschmilzt die Realität mit der Fantasie – Zimmer in Goa mit Meerblick, rauschende Dschungel, humorvolle Porträts von Musikern, Rajas und Yogis. Mein Stil ist spontan und expressionistisch, geleitet von Intuition und geformt von Farbe, Emotion und Erinnerung. Ich male, um die fernen Welten zu ehren, die mich weiterhin bewohnen.
Sie können auch meine unter dem Pseudonym François-Xavier Croisy verfassten Indian Chronicles lesen: https://asialyst.com/fr/?s=Fran%C3%A7ois+Xavier+Croisy