Die Daumenschale entstammt einem Abschnitt einer pathologischen Wucherung einer rießigen Linde. Diese Wucherung hatte die ungefähre Form einer Hand mit hochgestreckten Daumen. Daher hat der Plattenabschnitt ebenfalls die Silhouette eines Daumen. Der Abschnitt wurde dann durch systematische Vertiefung zu einer Art Schale geformt, die sowohl liegend, aber auch hängend präsentiert werden kann. Die Linienführung der Holzmaserung ist sehr speziell da… es sich -wie schon erwähnt um ein pathologisch gewuchertes, getrocknetes und geöltes Holz handelt. Farbe, Textur und Form treten auch in Kontrast zu natürlich vergrauten Stellen und gestalten das Werk zu einem echten Hingucker.
Olli Marschall arbeitet vorwiegend mit Holz als Medium, mit gelegentlichen Kombinationen von Metall und Harz, und verfügt über einen reichen Hintergrund in Malerei und Bildhauerei. Seine Technik ist geprägt von abstrahierenden, intuitiven und sorgfältig geplanten Prozessen, wobei er Werkzeuge wie Kettensägen virtuos und zeichnerisch einsetzt. Seine Skulpturen vereinen rohe Arbeitsspuren mit harmonischen Strukturen sowie innovativer Verwendung von Restmaterialien. Marschalls Werke strahlen Leichtigkeit, Sorglosigkeit und ein kindliches Staunen aus und laden den Betrachter zu neugierigem Entdecken auf mehreren Ebenen ein.