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Inspiriert von den ikonischen Kykladenfiguren, die in der frühen Bronzezeit (ca. 3200–2000 v. Chr.) auf den Ägäischen Inseln entstanden, interpretiert dieses Werk eine der frühesten Skulpturenformen der Menschheit neu. Die ursprüngliche Bedeutung dieser Figuren ist bis heute unklar. Die meisten wurden in Gräbern gefunden, was auf Zusammenhänge mit Tod, Erinnerung, Fruchtbarkeit und dem Kreislauf des Lebens hindeutet.
In dieser Skulptur fülle ich… die antike Form mit ausrangierten Computerkomponenten – Fragmenten einer rasch veraltenden digitalen Kultur. Eingeschlossen im Körper der Figur, werden diese Überreste des Technologiekonsums zu einer eindringlichen Metapher für die wachsende globale Krise des Elektroschrotts. Das Werk reflektiert die ökologischen Folgen unserer Abhängigkeit von sich ständig verändernden Geräten und die Umweltverschmutzung, die durch eine Kultur des ständigen Aufrüstens und Wegwerfens entsteht. Indem ich einen antiken Archetyp mit zeitgenössischem Technologieschrott verschmelze, lade ich die Betrachter ein, über die versteckten ökologischen Kosten des modernen Lebens nachzudenken.
Pierre Leichner, dessen Hintergrund sowohl in der Medizin als auch in der bildenden Kunst wurzelt, arbeitet mit Skulptur, Malerei, Installation, BioArt und Video und verbindet dabei wissenschaftliche Forschung mit poetischer Sensibilität. Seine Technik umfasst organische Materialien, vielschichtige Abstraktion und zeitbasierte Prozesse, wobei er oft Naturphänomene als Mitwirkende einbezieht. Verspieltheit und Überraschung weichen durch partizipative Arbeiten einer tieferen ökologischen und gesellschaftspolitischen Bedeutung. Pierres Kunst evoziert Verletzlichkeit und Widerstandsfähigkeit und regt gleichzeitig zum Nachdenken an sowie zu einem tiefen Gefühl der Verbundenheit zwischen Menschheit, Natur und Gemeinschaft.