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Waffel, 2020. Beton, Sägemehl und Kalk mit rotem Harz. 54 × 54 × 4 cm
• Unterschrift
• Mit Echtheitszertifikat
• Bereits in einer lichtdurchlässigen Acrylbox gerahmt
Die Waffel, die ihren Ursprung im Mittelalter in der Region des heutigen Belgiens hat, ist tief in der europäischen Tradition verwurzelt. Ursprünglich wurde sie bei religiösen Zeremonien als Hostie mit sakralen Motiven verwendet und aus einem einfachen Teig aus Mehl und Eiern hergestellt,… der zwischen Eisenplatten gepresst wurde, wodurch die wabenartige Gitterstruktur entstand.
Die Waffel, die um 1620 nach Amerika gelangte, erlangte in der amerikanischen Kultur, insbesondere im Süden, schnell große Bedeutung. Dort kombiniert das klassische „Chicken & Waffles“ knusprig gebratenes Hähnchen mit der süßen Weichheit der Waffel – eine Geschmackskombination, die begeistert und überrascht. Heute ist die Waffel ein Symbol für Gemütlichkeit und wird oft zum Frühstück mit Ahornsirup oder Schokoladensoße serviert, um fröhliche Familienmomente zu feiern.
Renato Gosling ist ein in São Paulo lebender bildender Künstler, der alltägliche Feinheiten in Werke verwandelt, die von Erinnerung, Zuneigung und Kritik durchdrungen sind. Geboren 1976, schöpft er für seine künstlerische Praxis aus Fragmenten des brasilianischen Alltagslebens und nutzt Mikronarrative, sinnliche Referenzen und Kindheitserinnerungen, um über Zeit, Identität und Kultur zu reflektieren. In einer Zeit der Beschleunigung und Informationsflut laden seine Werke zum Innehalten ein – zu stillen Betrachtungen. Indem er Alltagsgegenstände und volkstümliche Symbole aufgreift, lenkt er den Blick des Betrachters auf tiefere Schichten menschlicher Erfahrung. Seine Bildsprache interpretiert oft vertraute Materialien – Kreide, Pappe, Schulmöbel – neu und verwandelt sie in poetische Reflexionen über Bildung, soziale Strukturen und das kollektive Gedächtnis. Seine Einzelausstellung „The Truth About Nostalgia“ (2024) markierte neben Gruppenausstellungen und Auszeichnungen einen Wendepunkt in seinem Schaffen. Gosling verbindet technische Präzision mit poetischer Sensibilität und schafft so eine affektive Archäologie, in der Schönheit im Verborgenen liegt.