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„Porträt einer Hochzeit“ greift die Stoffe einer zum Scheitern verurteilten Ehe auf und verwebt Hochzeitskleidung und chassidische Tracht zu einer Elegie auf das, was versprochen und zerbrochen war. Beipackzettel von Medikamenten und Siebdruckcollagen drängen sich in den Hintergrund – die Überreste eines Lebens, das nur durch andere Mittel zusammengehalten wurde. Drei Nägel definieren die weibliche Figur, von denen zarte Zizit-Ketten herabhängen,… zugleich Last und Schmuck. Die Köpfe sind aus verschiedenen traditionellen Gewändern gefertigt, zwei Glaubensrichtungen treffen vor dem Hintergrund düsterer Hoffnung aufeinander.
Rivka Karasik wuchs in Brooklyn in einer chassidischen Familie auf, umgeben von rituellen Gegenständen, heiligen Texten und der Last überlieferter Traditionen. Ihre Kunst hat diese Welt nie hinter sich gelassen, selbst wenn sie sie aufbricht und neu interpretiert. Ausgebildet an der Art Students League und dem Hunter College, schafft sie vielschichtige Konstruktionen aus Altholz, Fundstücken und rituellen Materialien, die mit Klebstoff, Nägeln und Fäden zusammengehalten werden: Assemblagen, die eher wie ausgegraben als geschaffen wirken. Ihre Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld von Erinnerung und Heilung: Textilfäden vernähen alte Wunden, collagierte Oberflächen halten zusammen, was Zeit und Verlust auseinandergerissen haben. Nach einem langen, kalten Winter ist sie wieder kreativ und im Fluss – und das sieht man ihren Werken an.