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Hier interpretiere ich Johannes Vermeers „Mädchen mit dem Perlenohrring“ neu, indem ich ihr Bild durch einen zerbrochenen Spiegel fragmentiere. Ich bewahre ihren Blick, ihre Sanftmut, ihre stille Präsenz, aber ich vervielfältige und zerbreche sie. Das Gesicht erscheint in Splittern, als ob Zeit, Erinnerung oder der Blick der Gegenwart das ursprüngliche Bild zerstören würden.
Jedes Fragment spiegelt eine Variation, einen anderen Blickwinkel, eine… andere Wahrnehmung wider. Nichts ist beständig, alles wird neu zusammengesetzt. Der Hintergrund, übersät mit Graffiti und Texturen, ersetzt Vermeers düstere Ruhe durch eine chaotische, urbane Energie.
Ich möchte unsere Sichtweise auf Ikonen der Vergangenheit hinterfragen. Das Bild ist nicht länger einzigartig oder unversehrt: Es wird vielfältig, fragil, durchdrungen von unseren Projektionen und unserer Zeit.
Romain Dorez, Maler und Absolvent der Bildenden Kunst an der Universität Amiens, arbeitet hauptsächlich mit Acrylfarbe, die er mit Sprühfarbe und Abklebeband verfeinert. Sein Stil ist eine Mischung aus Pop-Art, Comics und urbaner Kunst und zeichnet sich durch kräftige schwarze Linien, starke Kontraste und eine Explosion leuchtender Farben aus. Inspiration findet er in der U-Bahn und der Popkultur. Seine Werke vermitteln eine lebendige Energie, spiegeln die Vielfalt der Menschen wider und laden dazu ein, die Farbenpracht und die Selbstbestimmung des Einzelnen zu feiern.