Eine Kuration von Flavio Scaloni, Gallery Manager bei Galerie Lo Scalo – Der Vatikan dient als architektonisches und spirituelles Epizentrum und symbolisiert institutionelle Macht, sakrales Geheimnis und jahrhundertealte menschliche Hingabe. Psychologisch betrachtet, ruft seine kolossale barocke Geometrie, ähnlich Berninis Säulengang, Ehrfurcht hervor und konfrontiert den Betrachter mit dem Spannungsverhältnis zwischen spiritueller Transzendenz und weltlicher Autorität. Seit 1950 haben zeitgenössische Künstler diese Enklave nicht nur als religiösen Ort, sondern auch als Raum für psychologische und politische Dekonstruktion behandelt. Francis Bacon dekonstruierte in seinem eindringlichen Meisterwerk „Studie nach Velázquez’ Porträt von Papst Innozenz X.“ (1953) die päpstliche Autorität und fing damit eine existenzielle Krise innerhalb der heiligen Mauern ein. Gerhard Richter erforschte später in seinem Porträt „Papst Johannes Paul II.“ (2005) die meditativen, menschlichen Dimensionen der Institution. In der Fotografie hielt der weltberühmte Henri Cartier-Bresson in seinem zeitlosen Bild „Der Vatikan“ (1951) die atmosphärische Mystik und die menschliche Dimension des heiligen Ortes fest. Diese Auswahl erkundet den Vatikan als lebendiges Theater der Geschichte und des Glaubens.
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