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Nach dem Johannes-Evangelium erscheint der auferstandene Christus Maria Magdalena in der Nähe seines Grabes. Als sie versucht, ihn zu berühren, verbietet ihr das Christus mit dem berühmten "Noli me tangere" (Berühre mich nicht). Warum darf der auferstandene Körper Christi nicht berührt werden? Weil es ihn nicht gibt. Das heißt, er ist einerseits präsent (als Gott-Mensch) und andererseits doch nicht (als realer Mensch wie du und ich). In diesem Sinne… ist "Noli me tangere" für mich ein Paradigma des Dialogs zwischen Kunstwerk und Betrachter. Das Kunstwerk ist zwar als Werk ein physisches Objekt, als Kunst jedoch ein Komplex von Deutungen, Ideen, Assoziationen, Vorlieben etc. Allerdings kann dieses Unsichtbare nicht vom Sichtbaren getrennt werden etwa in Form und Inhalt, Materie und Geist und wie die Dualismen, die die Metaphysik entwickelt hat, sonst noch heißen mögen. Das Unsichtbare ist genauso präsent und unmittelbar wie das Sichtbare.
Heribert Heere nutzt Collagen, Gemälde (Öl, Acryl, Aquarell), digitale Medien und Fotografie; sein künstlerischer Werdegang wurde an der Akademie der Bildenden Künste München geschult und durch kunsthistorische Studien geprägt. Mit raffiniertem Stilpluralismus verbindet er in seinen Werken Altes mit Neuem, Gegenständliches mit Abstraktem sowie Triviales mit Hochkultur und lässt Collage, Malerei und Montage ineinanderfließen. Seine Werke erzeugen ein poetisches Spannungsfeld und laden dazu ein, über die ständige Metamorphose unserer Kultur nachzudenken und das Spiel mit Bedeutungen emotional zu erleben.