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In meinem „Paradies“ sehen wir von unten nach oben, hierarchisch angeordnet, einen etwas melancholischen Teufel, daneben einen Erzengel Michael, der auf einen gefallenen Engel tritt, mit einer Plüschschlange um seinen Körper, die wir unschwer als die Schlange vom Paradies wahrnehmen. Im Mittelteil thront ein bemalter Ken, der Gefährte von Barbi, vor einer Collage aus Hieronymus-Bosch-Spukgestalten, einigen Schweinchen und einem jungen etwas weich… aussehenden Mann. Darüber eine Gruppe mit einem Rettungswagen und einer bunt bemalten Figur mit allerlei Gepäck und einer Banknote. Dahinter ein Soldat in Kampfausrüstung neben einer kleinen Zypresse und am rechten Rand ein Totenschädel, aus dem eine Hand aufragt.
Das Paradies scheint mir auch heute, besonders in seinen eher trivialen Ausformungen, ein mächtiger „Mythos des Alltags“ zu sein. Und irdische Paradiese meint man verteidigen zu müssen – wenn nötig, mit Gewalt.
Heribert Heere nutzt Collagen, Gemälde (Öl, Acryl, Aquarell), digitale Medien und Fotografie; sein künstlerischer Werdegang wurde an der Akademie der Bildenden Künste München geschult und durch kunsthistorische Studien geprägt. Mit raffiniertem Stilpluralismus verbindet er in seinen Werken Altes mit Neuem, Gegenständliches mit Abstraktem sowie Triviales mit Hochkultur und lässt Collage, Malerei und Montage ineinanderfließen. Seine Werke erzeugen ein poetisches Spannungsfeld und laden dazu ein, über die ständige Metamorphose unserer Kultur nachzudenken und das Spiel mit Bedeutungen emotional zu erleben.