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Inspiriert von Erick Pohlhammers Gedicht „Baum“, ist diese monumentale Reliefskulptur von Joaquín ein Statement bewussten Luxus. Vollständig aus wiederverwerteten historischen Balken chilenischer Landwirtschaftsanlagen gefertigt, fängt das Werk einen Zustand schwebender Klarheit ein: die Betrachtung der Materie, als ob zum vorletzten Mal. Durch eine raffinierte Topografie aus natürlichen Texturen, Erosionen und geometrischer Spannung bewahrt Joaquín… die Erinnerung an das Land und verwandelt strukturelle Relikte in einen tiefgründigen Dialog zwischen literarischer Avantgarde und hochwertiger, nachhaltiger Gegenwartskunst. Das Werk ist elegant in einen Rahmen aus französischen Eichenholzdauben der chilenischen Weinindustrie eingefasst und besiegelt so seine territoriale Bedeutung.
Joaquín Acevedo ist ein bildender Künstler, dessen Werk auf einem fundamentalen Prinzip beruht: dem Denken und Entdecken wie ein Kind. Für ihn ist Kunst kein starres Schicksal, sondern ein Zustand ständigen Staunens, in dem das Spiel die ernsthafteste Arbeit des Künstlers darstellt. Aus dieser Perspektive heraus verzichtet seine künstlerische Praxis auf Kategorisierungen und einschränkende Stile und verwandelt gewöhnliche Materialien wie Holz, Legosteine, Moos oder Pappe in außergewöhnliche Werke, die als emotionales Tagebuch fungieren.
Diese Freiheit hat ihn dazu geführt, sich mit Live-Kunst auseinanderzusetzen, insbesondere durch seine Teilnahme an den Alto Sessions mit der Künstlerin Olivia García. Er hat seine Werke auf internationalen Märkten etabliert und verkaufte sie unter anderem in Miami, New York, Vancouver und Kyoto. Dabei betont er stets die Unschuld als größte schöpferische Kraft. Joaquín versteht Kunst als reine Emotion und als Brücke, die keiner Übersetzung bedarf. In einer Welt, die vom Erfolg besessen ist, agiert er aus seiner eigenen Überzeugung heraus: Sich selbst die Erlaubnis zu geben, zu spielen und Fehler zu machen – das ist wahrer Triumph.