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Dieses Werk entstand im Sonnenuntergang, während Olivia García „Pa poderte invocar“ spielte. Das Malen im Moment zwang mich, ungefiltert auf die Musik zu reagieren: Farbe als Herzschlag, Geste als Atemzug. In diesem Werk mischte ich Acryl, Pastell und Öl und ließ jedes Material als eigenständige Stimme innerhalb derselben Emotion wirken.
Die dunkle, vertikale Achse – durchschnitten von einem orangefarbenen Strahl – fungiert als Totem, als Bezugspunkt,… der die Energie des Gemäldes aufrechterhält. Um sie herum vibrieren die Flächen wie innere Zustände, die durch das Lied aktiviert werden: Das tiefe Violett öffnet einen Raum des Geheimnisvollen; das Neongrün bricht hervor wie ein Signal; das Gelb dehnt sich aus wie ein Atemzug; die Rosa- und Rottöne entzünden sich im Rhythmus der Stimme.
Die schnellen, fast impulsiven Pinselstriche fangen den Augenblick ein. Nichts ist durchdacht; alles wird gefühlt. Die Mischung der Techniken ermöglichte die Überlagerung von nassen, pudrigen und öligen Schichten, die sich noch immer zu bewegen scheinen, als ob die Musik noch immer auf ihnen erklang.
Joaquín Acevedo ist ein bildender Künstler, dessen Werk auf einem fundamentalen Prinzip beruht: dem Denken und Entdecken wie ein Kind. Für ihn ist Kunst kein starres Schicksal, sondern ein Zustand ständigen Staunens, in dem das Spiel die ernsthafteste Arbeit des Künstlers darstellt. Aus dieser Perspektive heraus verzichtet seine künstlerische Praxis auf Kategorisierungen und einschränkende Stile und verwandelt gewöhnliche Materialien wie Holz, Legosteine, Moos oder Pappe in außergewöhnliche Werke, die als emotionales Tagebuch fungieren.
Diese Freiheit hat ihn dazu geführt, sich mit Live-Kunst auseinanderzusetzen, insbesondere durch seine Teilnahme an den Alto Sessions mit der Künstlerin Olivia García. Er hat seine Werke auf internationalen Märkten etabliert und verkaufte sie unter anderem in Miami, New York, Vancouver und Kyoto. Dabei betont er stets die Unschuld als größte schöpferische Kraft. Joaquín versteht Kunst als reine Emotion und als Brücke, die keiner Übersetzung bedarf. In einer Welt, die vom Erfolg besessen ist, agiert er aus seiner eigenen Überzeugung heraus: Sich selbst die Erlaubnis zu geben, zu spielen und Fehler zu machen – das ist wahrer Triumph.