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„Eine Nasenlänge voraus“ thematisiert gesellschaftliche Machtverhältnisse, Rollenbilder und die Benachteiligung der Frau. Die weibliche Figur begegnet dem Windhund, der symbolisch für den Mann steht. Zwischen beiden entsteht ein Spannungsfeld aus Nähe, Beobachtung und unausgesprochenem Kräfteverhältnis.
Der Windhund verkörpert Stärke, Kontrolle und gesellschaftliche Überlegenheit, während die Frau trotz ihrer Verletzlichkeit innere Ruhe und Widerstand… ausstrahlt. Die angedeuteten Figuren im Hintergrund verweisen auf gesellschaftliche Erwartungen, Anpassungsdruck und die Anonymität kollektiver Strukturen.
Durch die expressive Bildsprache und die sensiblen Farbübergänge entsteht eine Atmosphäre zwischen Zerbrechlichkeit und Selbstbehauptung. Das Werk lädt dazu ein, über Gleichberechtigung, Identität und die Rolle der Frau innerhalb gesellschaftlicher Systeme nachzudenken.
„Malen bedeutet, einem Bauchgefühl spontan zu folgen – einer inneren Kraft, die ungebremst zum Schaffen drängt. Es ist eine Reise ins Ungewisse, auf der der Dialog mit dem Bild bereits beginnt.“
So beschreibt Wirbelart ihre intuitive Arbeitsweise. Durch das Übermalen emotionsgeladener Rottöne mit Schichten aus Acryl, Ölpastell und Kohle entstehen verschachtelte menschliche Formen. Einzelne Figuren hebt sie aus der Masse hervor und rückt sie in den Fokus.
Ihr zentrales Thema ist der Mensch – das Individuum, das sich von der Norm abhebt und mit anderen in Beziehung tritt. Besonders die Farbe Rot fasziniert sie: kraftvoll, tief und voller Emotion, wie die Glut eines Feuers. Ihre Werke berühren und regen zum Nachdenken an – Bewegung schafft Kunst, Kunst schafft Bewegung.
Fortbildungen an der HBK Saar und der Europäischen Kunstakademie Trier prägten ihr Schaffen. Sie ist Mitglied des Künstlerkollektivs Artfactory-Graz in Österreich.