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„Have a drink“ vervollständigt ein eindringliches Konzeptpaar, das auf visueller Kontinuität und moralischem Bruch basiert. „Have a drink“ ist nicht ironisch; es ist gerade deshalb verstörend, weil es aufzeigt, wie leicht die Sprache des Leidens in Trost umgewandelt werden kann. Gemeinsam stellen die beiden Werke nicht die Erinnerung an sich in Frage, sondern wie Bilder vergessen, während sie visuell intakt bleiben.
Beide Bilder verwenden dieselbe… reduzierte Farbpalette – Rot, Weiß, Schwarz – und zeigen dasselbe gestreifte Kleidungsstück. Im ersten Werk erinnern die Streifen an Uniformen, die erzwungene Identität, Einengung und Entmenschlichung symbolisieren, verstärkt durch Stacheldraht. Diese Parallele offenbart einen brutalen Kontrast: Dieselben grafischen Mittel – Vereinfachung, Wiederholung, Verführung durch Farbe – dienen radikal unterschiedlichen Zwecken. Im einen Bild markieren die Streifen historische Gewalt; im anderen werden sie zum Gestaltungselement, entleert von Trauma und umfunktioniert, um Vergnügen zu verkaufen. Der rote Hintergrund oszilliert zwischen Blut, Gefahr und Markenwärme.
Verfügbar: 1 gerahmt, 5 auf Papier
Herman Van Synghel, ein erfahrener Grafiker mit Hintergrund in Grafikdesign und langjähriger Lehrerfahrung, arbeitet vorwiegend mit Radierung, Siebdruck und Linolschnitt. Seine Werke zeichnen sich durch eine strenge, minimalistische Formensprache aus, die geometrische Formen – Kreise, Quadrate, schwarze Flächen – in den Vordergrund rückt. Diese werden mit konzeptueller Präzision erforscht, die das subtile Spannungsverhältnis zwischen Struktur und Intuition auslotet. Durch symbolische Reduktion und poetische Bildsprache regt er zu tiefgründigen Betrachtungen über Erinnerung, Zeit und die Dualität des Daseins an und lädt den Betrachter zu einem Zustand der Präsenz und Kontemplation ein, anstatt ihn zu einer unmittelbaren Interpretation zu verleiten.