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Das gestreifte Kleidungsstück erinnert unmittelbar an die Bildsprache von Konzentrationslagern: Kleidung als aufgezwungene Identität, ein Körper, der zu einer Kategorie degradiert wird. Die Figur ist kopflos, unvollständig, bereits teilweise ausgelöscht – weniger eine Person als vielmehr ein Überbleibsel vergangener Präsenz.
Der Stacheldraht durchschneidet die Komposition horizontal und fungiert sowohl als physische Barriere als auch als Linie historischer… Gewalt.
Es gibt keine Szene, keine narrative Handlung, keinen expliziten Horror. Stattdessen arbeitet das Werk mit Reduktion und Wiederholung: Streifen, Draht, Silhouette. Die individuelle Identität wird ausgelöscht, doch die Haltung bleibt menschlich – leicht gebeugt, verletzlich, ausdauernd. Das Bild illustriert kein Leid; es registriert es als Struktur. Gewalt ist in der Form angelegt, nicht gezeigt, wodurch das Werk weniger ein bestimmtes Ereignis thematisiert als vielmehr systematische Entmenschlichung und die Beharrlichkeit der Erinnerung.
Verfügbar: 6 Stück auf Papier
Herman Van Synghel, ein erfahrener Grafiker mit Hintergrund in Grafikdesign und langjähriger Lehrerfahrung, arbeitet vorwiegend mit Radierung, Siebdruck und Linolschnitt. Seine Werke zeichnen sich durch eine strenge, minimalistische Formensprache aus, die geometrische Formen – Kreise, Quadrate, schwarze Flächen – in den Vordergrund rückt. Diese werden mit konzeptueller Präzision erforscht, die das subtile Spannungsverhältnis zwischen Struktur und Intuition auslotet. Durch symbolische Reduktion und poetische Bildsprache regt er zu tiefgründigen Betrachtungen über Erinnerung, Zeit und die Dualität des Daseins an und lädt den Betrachter zu einem Zustand der Präsenz und Kontemplation ein, anstatt ihn zu einer unmittelbaren Interpretation zu verleiten.