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„Baumgeist 01“ gehört zu meiner Serie „Abstract Photography“. Ich suche die Schnittstelle von Ordnung und Wachstum: Aus Ästen werden Linien, Knoten, Schleifen – ein Graph aus Holz, zugleich Zeichnung und Nervengeflecht. Durch die Nähe löst sich der Baum vom Gegenstand; das Organische zeigt eine innere Geometrie, die sich selbst organisiert und doch unberechenbar bleibt. Mich leiten animistische Vorstellungen – wie in Japan, wo Bäume als beseelte… Wesen gedacht werden. In diesem Geflecht lese ich eine Maske, vielleicht ein Antlitz: nicht dargestellt, sondern entstanden. Licht hebt die Verzweigungen wie eingravierte Bahnen hervor, Schatten schließen Lücken zu Formen. So wird der Baum zum Träger einer Präsenz, die zwischen Figur und Struktur oszilliert – ein Bild, in dem das Geometrische pulsieren darf und das Organische zu sprechen beginnt.
Marcel van Beek arbeitet mit Fotografie, Malerei und Grafik und bringt einen künstlerischen Hintergrund aus seinem Studium an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft mit. Seine Technik vereint piktorialistische Einflüsse und romantisch-symbolistische Bildsprache. Seine Fotografien verkörpern zeitgenössische Fine Art Photography und Konzeptfotografie mit häufig monochrom-rekolorierten Werken in Tertiärfarben.
Er erschafft eine poetische, an Formen und Strukturen interessierte Bildsprache und verbindet dies mit einem modernen, konzeptuellen Ansatz, der gesellschaftliche Relevanz beansprucht. In seinen Arbeiten spürt er inneren und äußeren Landschaften nach und vermittelt Gefühle von Sehnsucht und Bedrohung sowie eine Faszination für das Verborgene. Er hat verschiedene Kunst-Publikationen vorgelegt (zuletzt "World of Water", 2025), die international in Akademie- und Museumsbiblioteheken vertreten sind (u. a. Wien, Basel, Düsseldorf und Berlin).