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Mit „Limes V“ wird die Auseinandersetzung mit der Grenze erweitert: Der Dialog zwischen der Tinte und den organischen Glasuren des Kaffees wird kreisförmig und schafft einen einhüllenden Kern, der den leeren Raum in einer stillen meditativen Spannung schützt.
Die Zartheit der Zeichnung auf Fabriano-Papier (56 x 76 cm) findet ihre ideale Ergänzung in der Montage auf einer Buchenholz-Sperrholzplatte (55 x 75 cm). In diesem bewusst gewählten Millimeterabstand… heben sich die Ränder auf natürliche Weise an und lassen die raue Textur der Jute durchscheinen. Diese dreidimensionale Fläche zelebriert die „Subtile Substanz“ durch den taktilen Kontrast zwischen dem feinen Papier und der darunterliegenden Faser. Das Werk wird so zu einem skulpturalen Objekt, das über das rein Visuelle hinausgeht: Beim Annähern an die Oberfläche spürt man noch immer das intensive Aroma von geröstetem Kaffee, die markante Note von Tinte, den pflanzlichen Duft der Jute und die reine Essenz des Buchenholzes, das die Zeichnung trägt.
Meine künstlerische Forschung entsteht aus der Reduktion, aus dem Wunsch, Raum zu schaffen für die Stille, für das Licht und für das, was oft unsichtbar bleibt. Mittels Malerei, Materialarbeit und kontemplativer Fotografie erforsche ich die fragile Grenze zwischen Präsenz und Abwesenheit. Meine Werke leben vom Gleichgewicht zwischen Leere und Materie, Licht und Schatten, Geste und Schwebezustand. Mich fasziniert alles, was Spuren der Zeit und Unvollkommenheit trägt: abgenutzte Jute, Rohpapier, Pigmente, Kreide, Wasser, Fasern und verwitterte Oberflächen. Ich verwende sie nicht als Dekorationselemente, sondern als emotionale Spuren und stille Erinnerungen. Der Minimalismus, den ich anstrebe, ist weder kalt noch geometrisch, sondern kontemplativ und materiell, beeinflusst von der Ästhetik des Wabi-Sabi, östlicher Sensibilität und der essentiellsten zeitgenössischen Fotografie.
Das „Unvollendete“ ist ein grundlegender Bestandteil meiner künstlerischen Sprache: Ich bin eher daran interessiert, anzudeuten als zu erklären, und lasse dem Betrachter den Raum, das, was nicht vollständig gezeigt wird, emotional zu vervollständigen.