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In „Reise gelebter Jahre“ reflektiere ich über Zeit als Akkumulation statt als Abfolge. Die Faltwände erzeugen einen räumlichen Rhythmus, der es dem Werk ermöglicht, sich langsam zu entfalten, ähnlich wie die Erinnerung selbst. Spuren, Fragmente und Gesten bewegen sich horizontal über die Oberfläche und durchdringen jede Wand als Spuren von Erfahrung – manche bewusst, andere ungelöst. Mich interessiert, wie das Leben nicht als eine einzige Erzählung… weitergetragen wird, sondern als Schichten von Präsenz, Unterbrechung und Wiederkehr. Das Format lädt dazu ein, sich um das Werk herum zu bewegen und regt den Betrachter an, Zeit als gelebte und nicht als gemessene Zeit zu erfahren, in der Bedeutung durch Vergehen und Aufmerksamkeit entsteht.
Ich bin Malerin und Fotografin. Meine Arbeit ist geprägt von einer langjährigen Auseinandersetzung mit Bildhauerei, Kunstgeschichte und Kunsterziehung in unterschiedlichen kulturellen Kontexten. Mein künstlerischer Ansatz ist prozessorientiert und von Schichtung, Auslöschung und Zurückhaltung geprägt. So kann sich jede Oberfläche im Laufe der Zeit entwickeln, anstatt sich schnell zu vervollständigen.
In meinen abstrakten Arbeiten lasse ich mich vom Abstrakten Expressionismus, Minimalismus und konzeptuellen Traditionen inspirieren. Ich bin außerdem Schriftstellerin und habe bereits mehrere Publikationen veröffentlicht. Meine visuellen und schriftlichen Arbeiten eint die Auseinandersetzung mit Präsenz, Stille und den Räumen, in denen Bedeutung eher gefühlt als erklärt wird.
Mich interessiert das Spannungsverhältnis zwischen Geste und Stille – wie Textur, Leerraum und Farbintensität als aktive emotionale Kräfte wirken können. Meine Gemälde verzichten auf eine Erzählung; vielmehr laden sie zu Momenten stiller Verbundenheit und Selbstreflexion ein und ermöglichen es dem Betrachter, innezuhalten und den Zwischenraum zwischen Anspannung und Entspannung zu erleben.